Am Montag, den 7. April 2008 wurde die Wanderausstellung „Volk auf dem Weg. Geschichte und Gegenwart der Deutschen aus Russland“ in der Kaufmännischen Schule in Gummersbach eröffnet. Die Ausstellung der Landsmannschaft der Deutschen aus Russland e.V. wird vom Bundesministerium des Innern gefördert und thematisiert die Geschichte russlanddeutscher Aussiedlerfamilien aus der ehemaligen UdSSR und ihre Integration in die bundesdeutsche Gesellschaft. Die Ausstellung war eine Woche lang in unserer Schule zu sehen und bot Schülerinnen und Schülern, Lehrerinnen und Lehrern, aber auch Politiker einen breit gefächerten Gesprächsanlass. Eröffnung mit Politikern und Multi-Kulti-Imbiss Der Landrat Hagen Jobi eröffnete die Ausstellung und unterstrich in seiner Rede die Bedeutung der interkulturellen Handlungskompetenz der Mitbürger mit Migrationshintergrund und deren Wichtigkeit für die wirtschaftliche Entwicklung im Oberbergischen Kreis. Der Bürgermeister der Stadt Gummersbach Frank Helmenstein betonte, dass gute Deutschkenntnisse eine wichtige Basis für eine gute berufliche Grundlage seien. Gleichzeitig appellierte er an jeden Bürger mit Migrationshintergrund, seine Muttersprache zu bewahren und pflegen. Auch Schülerinnen und Schüler kamen zu Wort und beeindruckten das Publikum mit persönlichen Erfahrungen und ihren Gedanken zu den Themen Migration und Integration. Im Anschluss an den offiziellen Teil überraschten die Schülerinnen der Russisch-AG und des Multi-Kulti-Projektes mit internationalen kulinarischen Leckerbissen. Bei Blini, Tschai, Pita und Piroschki kamen Politiker, Gäste und Schüler ins Gespräch.
Migration in fast jeder Familiengeschichte Landrat Hagen Jobi ist stolz auf seine Familie, die aus Siebenbürgen kommt. Der Bürgermeister Frank Helmenstein erklärt seine griechischen Wurzeln. Frau Dommer hat Vorfahren aus Ostpreußen, die Schulleitung aus Schlesien. Frau Aslanbas stammt aus der Türkei und ihre Schülerin besitzt einen türkischen Pass, ist aber in Engelskirchen geboren. Rund 600 Schülerinnen und Schüler besuchten die Ausstellung und erfuhren am Beispiel der Russlanddeutschen, dass in fast jeder Familiengeschichte Migration zu finden ist. Herr Schleicher, der Projektleiter der Ausstellung, zeigt im Gespräch die vielfältigen Formen der Migration auf und es wurde deutlich, dass das Thema jeden betrifft. Viele Vorurteile wurden angesprochen und diskutiert. „Die Aussiedler sind ja gar keine Russen. Das wusste ich gar nicht,“ so hörte man Besucher der Veranstaltung häufig sagen. Aufklärung und gegenseitiges Verständnis sind die Grundlagen für gegenseitigen Respekt und ein verantwortungsvolles Miteinander. Die Ausstellung hat einen Beitrag dazu geleistet. Auch in Zukunft werden wir an unserer Schule „im Gespräch bleiben“ und Integration thematisieren. |